Kommentare 0

RWordPress in R 3.1.0 “Spring Dance”

Während meines Vertiefungsmoduls in der Umweltinformatik haben wir wöchtentliche Hausaufgaben gehabt, die mit RStudio zu erledigen waren, mittels des Packages “RWordPress” direkt in einen WordPressblog publiziert.
Als ich dies einige Wochen später auf meinem privaten Computer (OS X 10.9 / R 3.1.0) für meine Projektarbeit wiederholen wollte, funktionierte dies nicht mehr. Dies liegt zum einen daran, dass das Package nicht im Repository der neuen R-Version enthalten ist, zum anderen aber auch, dass der Entwickler das Package nicht mehr auf seiner Webseite, sondern auf GitHub zur Verfügung stellt.
Nach ein wenig Recherche und Hilfe durch den Blog R-eligious habe ich ein kleines Skript geschrieben, welches das Plugin auch für meine Version zur Verfügung stellt. Es muss einfach nur einmalig durchlaufen um die entsprechenden Packages zu installieren.
Problematisch ist momentan noch, dass so publizierte Codezeilen leider nicht farbig (Variablen in einer anderen Farbe als bspw. Kommentare) dargestellt werden, wie wenn man das Package mit einer älteren R-Versionen durchführt. Vielleicht fällt mir oder jemand anderem da noch eine Möglichkeit ein. Grundsätzlich läuft die Funktion aber nun wieder in R:

# Install and load devtools to have the abilty to install packages from GitHub
install.packages("devtools")
library(devtools)

# Install and load XMLRPC package (RWordPress needs this for posting code to weblog)
install_github("XMLRPC", username = "duncantl")
library(XMLRPC)

# Install and load RWordPress
install_github("RWordPress", username = "duncantl")
library(RWordPress)
Kommentare 0

Kommentar zum populistischen StuPa Bericht des RCDS

Vor ungefähr drei Wochen hat der RCDS Marburg, nach der dritten Lesung und Abstimmung über die neue Satzung der Studierendenschaft, diesen Text über die Juso-Hochschulgruppe in seinem Blog veröffentlicht. Auch ich finde im genannten Blogeintrag in meiner Funktion als Fraktionssprecher Erwähnung.
Ich habe mir absichtlich viel Zeit gelassen zu überlegen, ob ich diesen Text kommentiere. Er ist höchst populistisch, unangemessen und diffamierend. Damit liegt er inhaltlich weit unter dem Niveau des RCDS Marburg.

In der Juso-Hochschulgruppe gab ausgiebige Diskussion zu den einzelnen Artikeln der neuen Satzung. Letztendlich sind wir zu dem Ergbenis gekommen, dass wir nur in bestimmten Punkten einen gruppenweiten Konsens hatten, der zuließ, Anträge im Namen der gesamten Hochschulgruppe zu stellen.
Die einzelnen ParlamentarierInnen stimmten verschieden und nur ihrem Gewissen verpflichtet über die Artikel der Satzung ab. Dies galt auch für die Abstimmung über die Änderungsanträge.

Inhaltlich gesehen fand ich es schwierig sich auf eine der beiden Möglichkeiten zu einigen. Ein 50 % – Quote im AStA führt zu einem Vorstand aus zwei Frauen und einem Mann; eine 30 % – Quote lässt die Möglichkeit offen ob zwei Männer oder zwei Frauen dem Vorstand angehören. Bei zweiterer Quote sehe ich aber die Gefahr, dass auf lange Sicht weniger Frauen im Vorstand vertreten sind.
Unsere Gesellschaft wurde über die letzen Jahrhunderte weitgehend von Männern dominiert und wird es leider immer noch. Von Gleichberechtigung sind wir weit entfernt.  Vielleicht kann eine längere Überrepräsentation von Frauen in Führungspositionen mehr Gleichberechtigung bringen. Dies durch eine gezielte Frauenquote zu fördern, halte ich für legitim.
Ich muss nebenbei feststellen, dass mich nicht kümmert, welches Geschlecht meine AStA-Vorsitzenden haben. Ihre Aufgabe ist es die gesamte Studierendenschaft angemessen zu vertreten. Ich wüsste nicht, dass ein bestimmtes Geschlecht besonders prädestiniert dazu ist.

Ich habe den Antrag auf geheime Abstimmung unterstützt. Dadurch erhoffte ich mir, dass einzelne ParlamentarierInnen nach ihrem Gewissen und nicht nach Gruppenzwang abstimmen. Denn ich bin begründet überzeugt, dass nicht jede/r einzelne ParlamentarierIn der Koalitionsmehrheit zufrieden mit den Bestimmungen der Satzung ist, die sie/er durchgewunken hat.

Und ja, lieber RCDS Marburg, wir streiten uns auch. Denn dies gehört unserer Meinung nach zu gesunder, politischer Kultur.

Kommentare 0

Ist der Anti-Atom Protest nun vorbei?

Heute, am 30. Juni 2011, wurde der endgültige Ausstieg aus der Atomkraft vom Deutschen Bundestag beschlossen. Vor knapp zwei Jahren – zur großen Anti-Atom Demo in Berlin – begann ich aktiv gegen Atomkraft einzutreten und mich zu engagieren. Innerhalb dieser Zeit habe ich Busse zu mehreren Demos in ganz Deutschland organisiert, war in Gorleben und habe bei Infoständen mit Menschen über Atomkraft und einen möglichen Ausstieg disktutiert. Als die Laufzeitverlängerungen kamen, war ich geschockt. Ich konnte nicht verstehen, warum sich Menschen eine Gefahr noch länger aufbürden. Die rot-grünen Ausstiegspläne hielt ich für sinnvoll – ein sofortiger Ausstieg wie er von vielen gefordert wird, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Die Gefahr des Atomstromimports und der fehlenden Netzinfrastruktur sind zu starke Argumente. Ein Atomausstieg ist nur dann ein richtiger, ja ein endgültiger, wenn er komplett zu einem bestimmten Zeitpunkt umgesetzt wird.

Und heute? Ist das nun alles vorbei? Wir steigen bis 2022 aus der Atomenergie aus. Mein Ziel, der Ausstieg, ist erreicht. Eine seltsame Leere. Ich bin überzeugt, dass es unmöglich ist den Ausstieg noch ein weiteres Mal, natürlich durch einen Parlamentsbeschluss, nach vorne zu verlegen. Damit halte ich auch Forderungen für einen sofortigen Ausstieg für nicht wirklich realistisch und umsetzbar.
Die Grünen haben angekündigt, dass diese Gesetze nur ein Teilerfolg der Anti-Atom Bewegung sein würden – nun ginge es erst richtig los, so Renate Künast. Aber womit?
Ich denke, dass das Hauptthema die Frage nach einem Endlager sein wird.
Ein Endlager wird es auch nie geben – es wird ein Lager auf Zeit sein. Man kann eine Millionen Jahre existierende Gefahr nicht einfach irgendwo einlagern und zufrieden andere Themen angehen.

Blockieren wir in Zukunft alle Lagervorschläge?
In Gorleben traf ich auf Menschen, die aus unterschiedlichsten Motivationen protestierten und blockierten. Die einen wollten mit ihren Blockaden auf die immensen Kosten der Technologie hinweisen und diese (indirekt durch den Polizeieinsatz) in die Höhe treiben. Die anderen demonstrierten gegen ein Lager auf Zeit im Wendland. Und es gibt diese Blockaden nicht nur in Norddeutschland. Überall wo es Lager auf Zeit geben soll, regt sich Bürgerprotest. Wird die Anti-Atom Bewegung in Zukunft alle Lagervorschläge blockieren? Natürlich ist diese These provokativ; natürlich ist das Gestein in Gorleben nicht für eine sichere Lagerung von Atommüll geeignet; natürlich ist der Protest deswegen gerechtfertigt und natürlich muss überall nach einem Lager gesucht werden. Wir haben Atomkraft genutzt – wir müssen mit den Konsequenzen leben. Irgendwo wird es ein solches Lager auf Zeit geben müssen; auch gegen den Widerstand der Bevölkerung.
Die Sicherheit des Lagers muss aber gewährleistet sein. Wenn es Probleme gibt, muss eine Umlagerung stattfinden. Dass man sich so über viele Jahre sehr viele teilverseuchte Ecken schafft ist klar, aber unumgänglich. Hier muss die Politik den unangenehmen Problemen begegnen und sie umsetzen. Und auch wenn das Gewinnen einer Wahl ansteht.
Hier geht es um mehr als um Posten, Geld und Macht!

Diskussionen um Lager auf Zeit sind unpopulär!
Meine größte Befürchtung ist der Zerfall der Anti-AKW Bewegung. Der Atomausstieg war ein populäres Thema. Es gab einen Feind, die gefährliche Atomkraft. Es gab ein Ziel, der Ausstieg. Und es gab eine große Chance, dass dieses Ziel erreicht werden könnte. Jemand, der gegen Atomkraft war, hatte persönlich keine Nachteile. Man gewann eher an Anerkennung, da man sich für das Gute engagierte.
Diskussionen um Lager auf Zeit sind das genaue Gegenteil. Man hat (im Moment nicht) kein großes, erstrebenswertes Ziel vor sich. Das Problem ist, dass ein Ergebnis immer einen Nachteil für eine bestimmte Gruppe von Menschen haben wird. Nämlich für diejenigen, die im Umfeld eines Lagers auf Zeit leben müssen.
Da ist es schwierig für etwas zu kämpfen, dessen Ziel Menschen einschränkt, krank macht oder ihr Leben zum negativen hin verändert. Ich glaube, dass sich das Thema der großen Einigkeit erledigt hat. Die kommenden Themen sind unpopulär und werden deshalb keine großen Menschenmengen auf die Straße bringen.

Unser Ausstieg ist ein positives Signal in die Welt.
Mit dem heutigen Tag haben wir aber auch gezeigt, dass ein Ausstieg möglich ist. Eine unserer Aufgaben ist es nun den Protest auch in andere Teile der Welt zu tragen, Menschen zu überzeugen für eine Welt frei von Atomkraft zu kämpfen.
In Frankreich gibt es schon vereinzelte Demonstrationen. Helfen wir mit, dass Europas größter Atomstromproduzent atomkraftfrei wird. Hier werden nur die motiviertesten aller GegnerInnen mitwirken; trotzalledem ist es möglich. Diese Verknüpfung von einem gemeinsamen Interesse wäre auch eine Möglichkeit die BürgerInnen Europas gemeinsam stärker zu machen.

Lasst uns also gemeinsam für weitere Erfolge kämpfen. Lasst eine kritische Auseinandersetzung mit möglichen Standorten für Lager auf Zeit folgen und lasst uns den  noch einige Jahre währenden Atomausstieg und die Folgen aufmerksam verfolgen. Der Atomausstieg muss mit großer Vorsicht und Sachverständis durchgeführt werden. Alles andere wäre eine Fortsetzung der Atomkraftbefürworterpolitik und würde uns, allen Menschen, langfristig schaden.