Antwort an unbekannt

Dresden Nazifrei Flyer Lieber Leser,
mit Freude habe ich Deinen, auf unseren (Juso-Hochschulgruppe Marburg) Flyer zu Dresden Nazifrei 2011, gekritzelten Satz  “Was war dann mit Schröder ’99?”, gelesen.

Ich möchte mich nun hier, und ich hoffe Du liest das, zu zwei Dingen äußern. Zum Einen zu der Verbindung der Juso-Hochschulgruppe zur SPD und zum Anderen über meine Meinung zum von Gerhard Schröder durchgeboxten deutschen Einsatz im Kosovo-Krieg.

Auschnitt Leider glauben immer noch viele Studierende, dass die Juso-Hochschulgruppe die SPD der Universitäten ist. Das mag an manchen Unis zutreffen – auch wir sind nicht homogen – aber im Grund haben wir eigene Themen, machen eigene Politik und sind von der Partei unabhängig (d.h. weder rechenschaftspflichtig noch müssen wir irgendwelche Thesen auf Teufel komm raus vertreten. Die Partei hat keine Handhabe).
Auch unser Name (JungsozialistInnen) und dessen mit transportierte Themen  unterscheidet sich von dem der Partei (SozialdemokratInnen). Wir sind ein linker, sozialistischer, feministischer und internationalistischer Studierendenverband mit thematischer Nähe zur SPD. Aber wir keinesfalls die SPD der Universität. In großen Themenfeldern sind wir sogar uneins mit der SPD, setzen uns aber dafür ein, dass die Partei ihre thematischen Fehler eingesteht und verbessert. Somit kann man das als Vorteil einer Liste mit Parteinähe sehen. Engagement im StuPa/AStA und in der Landes/Bundespolitik.
Deine Bemerkung berührt uns somit wenig, weil wir nicht die SPD sind. Wir vertreten den Satz “Nie wieder Krieg!” vollkommen und in allen Entscheidungen.

Die Entscheidung des Kosovo-Krieges koppelte Schröder auf Grund großer Differenzen in der rot-grünen Koalition an eine Vertrauensfrage, die er auch knapp gewann.
Diese wichtige Entscheidung an eine Vertrauensfrage zu binden ist absolut unmöglich und nicht vertretbar.
Am Krieg im Kosovo hätte sich Deutschland nicht beteiligen dürfen, da die NATO ausdrücklich ohne UN-Mandat handelte. Die Entscheidung Schröders für den Krieg war meiner Meinung falsch. Dies haben wir Jusos aber schon 1999 gesagt und geschrieben!

Viele Grüße
Lukas

AUFRUF: Am 19. Februar Nazis in Dresden blockieren!

Am 13. Februar 1945 bombadierten alliierte Kräfte Dresden. Die Stadt wurde zerstört, tausende Menschen verloren ihr Leben.

Dresden Nazifrei 2010 Seit einigen Jahren kommen jeden Februar mehrere tausend Neonazis aus ganz Europa zum größten Aufmarsch nach Dresden um den getöteten Menschen zu gedenken und die Geschehnisse der Geschichte für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Rechtsradikalen bezeichnen den Angriff als “Bombenholocaust”. Sie schieben den Alliierten die Schuld des zweiten Weltkrieges in die Schuhe und stellen das Deutsche Reich als Opfer dar.
Sie erwähnen weder die schrecklichen Taten Deutscher Soldaten bei unzähligen Schlachten, noch die systematische Vernichtung von Menschen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern.

Dresden Nazifrei 2010 Um dem Aufmarsch und der Geschichtsverfälschung durch die Neonazis ein Ende zu machen hat sich in Dresden ein Bündnis gebildet, dass jährlich, wenn die Nazis marschieren wollen, Blockaden organisiert. Das Bündis “Dresden Nazifrei” hat 2010 zu den Blockaden aufgerufen und hatte Erfolg. Bei Minusgraden standen die Nazis am Bahnhof und froren. Gegen Nachmittag wurde ihre Demonstration von der Polizei untersagt. Mit den Jusos Niedersachsen war ich damals bei den Blockaden dabei um zu zeigen, dass mir gesellschaftliche Vielfalt wichtig ist und ich rechtsextremes Gedankengut nicht dulde.

Auch dieses Jahr wird wieder eine Blockade stattfinden. Am 19. Februar 2011 haben die Neonazis diesmal ihre Demonstration angemeldet. Natürlich bin ich wieder dabei und rufe Euch hiermit alle auf, an den Blockaden teilzunehmen. Gemeinsam werden wir den Naziaufmarsch ein zweites Mal verhindern.
Die Juso-Hochschulgruppe Marburg unterstützt die Blockaden und wird Anfang Februar Flyer herausgeben, die Informationen zu Aufmarsch und Anfahrt enthalten.
In diesem Sinne: No pasarán!